Waffeln mit Gesang

Vanilleeis, Crêpes und eine Ukulele auf dem Nieder-Olmer Wochenmarkt

(eis) Wehe dem, der Talent hat und singen kann, dazu Crêpes mag und eine Ukulele besitzt. Nick Benjamin, eigentlich bürgerlich Lutz Jörg Nicolai, hat alles davon und liebt die bretonische Form des Eierkuchens ganz besonders. „Für einen guten Zweck tut man vieles, und gerade dann, um zwischen den Liedern ein, zwei oder gleich drei Crêpes zu vernaschen„ sagt Benjamin, den viele als Sprecherstimme aus der ZDF-Serie „History“ „im Ohr haben“.

Waffeln mit Gesang: Zum ersten Mal präsentiert der Förderverein vom Kindergarten „Haus der kleinen Künstler“ nicht nur lukullische Genüsse auf dem Wochenmarkt in Nieder-Olm, sondern auch musikalische mit einem Waffelbarden. „Musik ist schön, Musik gehört auch zum Essen, Nick ist unser Lockvogel für beide Sinne“, sagt Annabel Fee, die Vorsitzende des Fördervereins.

Eine Ouvertüre des süßen Geschmacks

Man nehme viel Teig, Sahne, Erdbeeren und Eis, dazu einen Barden und hofft auf gutes Wetter, fertig ist die Ouvertüre des süßen Geschmacks. Denn als Barde in der Meenzer Fassenacht, beliebt als Mitglied bei den Mombacher Bohnebeitel (Übersetzung für Nicht-Rheinhessen: Die Bohnenbeutel) ist Nick Benjamin gewohnt, mit seinen Witzen und Kalauern auf der Ukulele die Leute in Schwung zu bringen, auch als sogenannter Kreppel-Pirat.

„Ich hole für Dich die Füllung aussem Kreppel“ wird an diesem Tag zur „ich hole für Dich die Füllung aus der Waffel“. Ein Troubadour kennt immer neue Texte. Ältere Herrschaften staunen und verweilen für einige Minuten am Waffelstand, der einmal im Jahr für einen guten Zweck ist. „Es gibt Anlässe“, so heißt es auf einem Informationsblatt des Fördervereins, das sich an die Eltern richtet, die ihr Kind in den Kindergarten bringen, „da sind ihre Zeit, tatkräftige Mitarbeit, bestimmte Talente oder Kontakte, über die Sie verfügen, gefragt“. Gesagt, getan, aber nicht jeder kann auch immer helfen. So ein Tag ist nicht ohne, kann auch schön schlauchen, wenn Eltern backen oder ihre Netzwerke bemühen, um mit ihrem Engagement etwas zu bewegen.

Eine passionierte Marktgängerin kann sich gar nicht satt hören oder satt essen? Wie schön diese Idee sei. „Ein Wochenmarkt auch mal für die Ohren“, sagt sie und fügt an: „Die Ukulele erinnert mich an alte Zeiten“, spricht es aus und bestellt sich gleich noch einen Crêpes dazu, diesmal nicht mit Erdbeeren, sondern mit Vanilleeis. Gerade das hatte das Nieder-Olmer Traditions-Eiscafe „Piccin“ mit seiner italienischen Gastfreundschaft von Paola und Luciano Riva gesponsert.

An sich muss ein Markttag nur eines können: Menschen zusammenzubringen. Das geschieht mittlerweile in geselliger Wochenfolge in Nieder-Olm und einmal im Jahr kommt traditionell der Förderverein aus dem Haus der kleinen Künstler dazu, um Erlöse für den Kindergarten zu erwirtschaften. „Vielleicht sollten wir sogar öfter als nur einmal im Jahr einen Stand hier anbieten“, sagt Anca Rösch, die Kitaleiterin vom „Haus der kleinen Künstler“, weiß aber auch, dass dazu viel Kraft gehört und vor allem auch immer wieder neue Ideen. Denkt man an den Weinstand nebenan, ist vielleicht zukünftig auch das Herzhafte im Angebot.

Der Nieder-Olmer „Waffel-Song“

Diesmal ist am schnellsten der Crêpes – Teig ausgegangen, Sinnbild für die süße Lebenslust. Und wenn dann noch am Waffelstand, auch Ständchen gesungen werden - im zweiten Jahr seines Bestehens ist der Nieder-Olmer Wochenmarkt erfolgreich. Und die Kasse vom Förderverein: Sie freut sich über 180,00 Euro. Erlöse, die am Ende den Kindern im Haus der kleinen Künstler zu Gute kommen werden: 2017 ist anscheinend als Jahr der Ideenschmiede ausgerufen. Nach Wunschbrunnen im Mai nun ein Nieder-Olmer „Waffel-Song“ im Juni. Mal schauen, wie es in der Stadt, die als Tor Rheinhessens bekannt ist, weitergeht. Denn der Name eines Kindergartens im Nieder-Olmer Weinberg, wird mehr und mehr zum Programm. Wer sich „Haus der kleinen Künstler“ nennt, der muss seine Ideen auch auf den Marktplatz bringen.