Das Haus der kleinen Künstler ist ganz Ohr – Eine Boogie-Woogie-Hasen-Igel-Stimmung

Drei Köpfe – Drei Stimmen: Wenn aus „Oper“ Opa wird und die Frage kommt: „Was ist mit der Oma?“

(eis) Am Ende wird getanzt. Boogie Woogie vom Feinsten, vom Boogiebaron persönlich gespielt. Die Kids hopsen fröhlich in der kleinen Turnhalle umher. Warum soll nur in südländischen Kitas die Hüften geschwungen werden? Rheinhessen können das doch auch.

Da wird sich vor Lachen gekringelt, wenn Zelma „Zelly“ Millard die fiktive Lachdusche anwirft und ganz schnell geschwiegen, wenn der Dusch-Lachhahn zugedreht wird. Gelauscht wird bei der Geschichte vom Hasen und Igel, die sich gar nicht Gute Nacht sagen, sondern ein Wettrennen veranstalten! Der Hase, mit der Bass-Stimme von Alexander von Wangenheim, läuft 73 Mal hin und her und verliert trotzdem, weil die Igel-Familie (gespielt von Nick Benjamin) schlauer ist. Und Stubs, der kleine Osterhase, kann über so manches Abenteuer berichten, weil er als kleiner Osterhase so oft auf die Nase fällt. Geschichten und Lieder zum Verlieben.

„Zelly ist für das Singen heute hier. Ich brauche Euch als Zuhörer und Alexander, der spielt die Lieder vor“, sagt Nick Benjamin, der Stimm-Akrobat, über einen Tag mit drei Köpfen und drei Vokal-Virtuosen, die dem Haus der kleinen Künstler einen Besuch abstatten.

Jeder kann etwas vortragen, etwas Besonderes aus Erzählungen und Märchen. Vielleicht die Lieblings-Gute-Nacht-Geschichte, die man seinen Kindern zum Besten gibt. Aber wenn Stimmen ins Spiel kommen, die darin geübt sind, den Menschen ans Herz zu gehen, dann ist ein Kindergarten ganz Ohr.

Es ist die Kunst der besonderen Mundart, die im Haus der kleinen Künstler vorgeführt wird. Künstler, eingeladen, zur Lesung besonderer Geschichten vom Förderverein der Kita. Es ist der Auftakt einer „Lese-Reihe“, die in regelmäßiger Folge im Jahr 2018 stattfindet, vom Frühling bis zum Spätsommer. Erst von Profis gestaltet, dann von ambitionierten, motivierten und engagierten Eltern weitergeführt.

Märchen aus 1001 Nacht, Erhellendes, Spannendes und Buntes aus der Welt der Erzählungen, von Großen für Kleine vorgetragen. Eine Verbindung, entstanden durch persönliche Netzwerke, die am Ende nicht nur den kleinen Künstlern zu Gute kommen kann. Denn wer den Hüftschwung bei den Erzieherinnen und dem Beigeordneten der Stadt Nieder-Olm gesehen hat, weiß, wie ein Boogie Woogie ins Blut gehen kann.

„Man muss als Kita aber auch offen für solche Art von Veranstaltung sein“, sagt Zelma Millard. Es sei dann eine Bereicherung für alle. Auch wenn die Kids nicht immer so genau zugehört oder alles verstanden haben: Als Millard sich vorstellt und über die Oper spricht, fragt wenig später ein Knirps: „Und was ist mit der Oma?“ So schnell kann aus der Oper ein Opa werden. Was würde nur mit einer Operette passieren?

Zelma, „Zelly“ Millard, ist gebürtige Irin aus Dublin. Studierte Fremdsprachenkorrespondentin, wobei der Wunsch zum Singen irgendwann überwog. Es folgte die Ausbildung an der Düsseldorfer Musikhochschule zur Opernsängerin, Stationen danach zwischen London bis Darmstadt. Ihr Lach-Yoga ist ansteckend, ihr Erstaunen auch: „Ich war ja schon in vielen Kindergärten, aber so schön habe ich es noch nie vorgefunden.“

Da ist die Stimme, nicht nur aus dem ZDF. Nick Benjamin, in den 90er Jahren die Trailer-Stimme des Zweiten, heute bekannt aus den Folgen von „History“, Radiosendungen und natürlich als Mitglied bei den Mombacher Bohnebeitel in der Meenzer Fassenacht der Mann mit der Ukulele. Als der Anruf kam, ob er mitmacht, kam sein „Ja“ schneller geschossen, als die Frage zu Ende gestellt werden konnte.

Und Schuld ist nur der Boogie Woogie: Alexander von Wangenheim, mit 203 Zentimetern größer als so mancher Basketball-Profi und mit einer wuchtigen Resonanzstimme ausgezeichnet. Er hat in Wien studiert, als Musiktherapeut gearbeitet und ist als „Boogiebaron“ bei so manchen Festivals zur Marke geworden. Ein Pianist, der sich einfach sein E-Piano unter den Arm geklemmt hat und gerne für einen Tag mit seinen langen Beinen „den Hasen spielt“. Auch wenn er nicht siegen kann.

Alle Drei haben sich begeistert von der Idee gezeigt, einmal zu Dritt und dann jeder in den Monaten Mai und Juni an einem Tag individuell „eine Lesung“ im Haus der kleinen Künstler ehrenamtlich anzubieten: Unter dem Motto: „Eine Kita ist ganz Ohr – Stimmkünstler im Haus der kleinen Künstler.“

Auch der Beigeordnete der Stadt Nieder-Olm, Michael Schwarz, konnte sich dieser Boogie-Hasen-Igel-Stimmung nicht entziehen. Ein Kindergarten, der immer wieder für Überraschungen gut ist. Und irgendwie scheint es, dass Können auch aus der Kunst geboren wird. Tanzen, Singen und Lauschen hat im Haus der kleinen Künstler alle angesprochen. Jetzt muss noch nur die Frage beantwortet werden: „Was ist mit der Oma?“ Aufklärung folgt, bestimmt in der nächsten Lesung.

Das ist Zelma, „Zelly“ Millard

(eis) Wenn man Ihr „Ave Maria“ bei einer Hochzeit schon einmal hören durfte, der weiß, wie die gebürtige Irin musikalisch ins Herz geht. Zelma, „Zelly“ Millard, geboren in Dublin und Wahl-Mainzerin ist eine Powerfrau, verheiratet mit einem Briten, den sie in der Ausbildung in London kennengelernt hat. Ehemann als Engländer, Mama Irin, Papa Deutscher, ein Orchestermusiker, Sprachen und Musik sind in ihre Wiege gelegt worden.

Umzug nach Deutschland schon im Alter von fünf Jahren, von Freunden Deutsch gelernt, denn der Papa sprach viel Englisch zu Hause. Zelma Millard macht demnach folgerichtig eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin, wobei der fortwährende Wunsch zum Singen irgendwann überwiegt. Es folgen Ausbildungen an der Düsseldorfer Musikhochschule zur Opernsängerin, Stationen danach in London, an der Düsseldorfer Operette und an den Staatstheatern in Wiesbaden, Mainz und Darmstadt.

Seit zehn Jahren bildet sie besonders kleine Sängerinnen und Sänger im Mainzer Domchor aus. Aber auch für Sprechberufe, für Dozenten und Professoren, ist Millard als Stimmbildnerin Trainerin und Therapeutin zugleich.

Ihr Mann Michael ist Dirigent aus Großbritannien, am Staatstheater in Mainz. Sie verzaubert mit ihrer Altstimme, er als Kapellmeister mit Werken von Bruckner über Mahler bis zu Rossini. Und wer in Zukunft eine Behandlung unter dem Motto sucht, „Sich selbst mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, ist bei Zelma Millard der richtige Gast: Als Therapeutin in der Rosenmethode, nach ihrer atem- und körpertherapeutischen Ausbildung, folgte kürzlich die Aussicht auf eine eigene Praxis in Mainz. „Leben und Lachen mit Zelly“ heißt mit anderen Worten richtig zu atmen. Jeder, der singt und beruflich viel sprechen muss, weiß, was das bedeutet.

Das Wiedersehen im Haus der kleinen Künstler: am Dienstag, den 29. Mai 2018.

Das ist Nick Benjamin, bürgerlicher Name: Lutz Jörg Nicolai:

(eis) Eine großartige Stimme mit Seele vom Lerchenberg. Nick Benjamin, in den 90er Jahren nicht nur die Trailer-Stimme des Zweiten, heute bekannt aus den Folgen von „History“ und natürlich als Mitglied bei den Mombacher Bohnebeitel in der Meenzer Fassenacht der Mann mit der Ukulele. Seinem Spektrum gerecht zu werden, ist in wenigen Zeilen schwer zu beschreiben, von Hörspielen und Hörbüchern, über Dokumentationen bis hin zum Ringsprecher bei Boxveranstaltungen, vom Barden bis hin zum Büttenredner - Nick lebt seine Kreativität mit Stimme aus.

Erst Bankkaufmann, dann vertont er Hörspiele für Kinder. 1983 nimmt Benjamin für Greenpeace den Song „Robbenmütter haben keine Tränen mehr“ auf. Über Werbespots von Coca Cola über Daimler-Chrysler, Deutsche Bank und Walt Disney gilt er zeitweise als Leitfigur bei RPR 1, als „Schrumpel“ und ist so programmprägend, dass er dort anschließend Moderator wird. Es folgen Engagements beim SWR, ZDF, 3SAT, Arte. 1997 werden von ihm die Dialoge aus dem Dschungelbuch als Hörspiel neu vertont. Mitunter ist er als Reisereporter für WISO unterwegs. Wo kann man für 150,00 Euro drei Tage in Europa Urlaub machen? Und auch noch zurückfliegen!

Wie mitunter ernst seine heiter gemeinten Fassnachts-Auftritte sind, wie ehrlich, realistisch, zeigt das Jahr 2015: Nick Benjamin singt: „Die Schiersteiner Brücke! „Was macht dann nur die Schiersteiner Brück?“ Und singt bei den Bohnebeiteln weiter: „Isse kaputt?“„Der Brück‘, der geht’s net gut, weil sich lang schon nichts mehr tut.“ Andere Brücken halten 1000 Jahr, klagt Benjamin närrisch, aber „wenn mer die sieht sagt man nur, das ist net wahr.“ Dieser „betonierten Nabelschnur“ traue man ja nicht mehr so richtig über den Weg.“

An diesem Abend senkt sich tatsächlich die Brück‘. Benjamin als närrischer Wahrsager, wie die Geschichte weiter geht, wissen wir. Nick Benjamin: Ein Multitalent, eine Stimme, die vieles veredelt. Moderator, Kabarettist, Schauspieler, Sprecher, Fastnachter und Sänger mit ehrlichem Herz – geliebt und gefürchtet ob seines Witzes mit seiner Ukulele. Ein Troubadour unserer Neuzeit, Jazz-Liebhaber seit 50 Jahren und einer mit Erzähl-Stimme, der Sportfilme für den Deutschen Sportpresseball, für die Hall of Fame des Deutschen Sports und für den Ball des Sports seit mehr als einem Jahrzehnt als Off-Sprecher vertont.

Homepage: www.nick-benjamin.de
Das Wiedersehen im Haus der kleinen Künstler: am Donnerstag, den 3. Mai 2018.

Das ist Alexander von Wangenheim

(eis) Schuld war nur der Boogie Woogie, als es noch Vinylschallplatten gab, diese runden, schwarzen Dinger. Alexander von Wangenheim, größer als so mancher Basketball-Profi (203 Zentimeter) und mit einer wuchtigen Resonanzstimme ausgezeichnet, hörte einst dem Boogiepianisten Vince Weber zu. Er ging ihm nicht mehr aus dem Ohr. Von Wangenheim war fortan vom Boogie-Virus angetan, gar befallen. Bis heute.

Von Wangenheim hat, wie Nick Benjamin, erst eine kaufmännische Lehre abgeschlossen, dann in Wien studiert, als Musiktherapeut gearbeitet und ist als „Boogiebaron“ bei so manchen Festivals (Riesling-Gala, Ball des Sports, Deutscher Sportpresseball) zur Marke geworden. Ein Pianist, Sänger und Entertainer, der mit Stimmbewusstsein in der hessischen Landeshauptstadt wohnt, seinem Geburtsort.

Über was würden Sie gerne einmal ein Buch schreiben, wurde er gefragt: Die Antwort: „Das passende Lied mit dem Titel zum Buch stammt vom Sting: It’s probably me.“ Einer, der mit Musik-Gigant und Konzert-Veranstalter-Legende Fritz Rau drei Jahre „on Stage“ war. Der Mitglied der Wiesbadener Allstar-Band ist und seit bald 20 Jahren in mehr als 1500 Auftritten als Musiker „den richtigen Ton trifft“.

So auch bei einem Duett mit besonderem Namen: „Blanc de Noir“ kann man trinken, aber auch hören und sehen, als Duo, dessen Name so wunderbar zum größten Weinanbaugebiet in Deutschland, zu Rheinhessen passt, wie das musikalische Zusammenspiel zwischen Soultimbre und Piano. Mit ihrer Mischung aus Blues, Boogies, Pop und Soul lassen Caroline Mhlanga und „Boogiebaron“ Alexander v. Wangenheim „all-time-favorite-songs“ wieder aufleben.

Und von Wangenheim vergisst nicht, auch auf den Nachwuchs zu schauen, als Juror des Schul-Awards Leonardo in Wiesbaden unter seinem Motto: "Musik ist meine Passion. Musik ist heilsam. Musik ist mein Leben.“

Seine Homagepage: www.boogiebaron.de und: blancdenoir.de

Das Wiedersehen im Haus der kleinen Künstler: am Mittwoch, den 13. Juni 2018